Mit dem Herbst beginnt aus ayurvedischer Sicht die Jahreszeit, die dem Vata-Dosha zugeordnet ist. Der Ayurveda – die traditionelle indische Medizin, deren fester Bestandteil auch Yoga & Yogatherapie sind – kennt insgesamt 3 solcher Doshas: Vata, Pitta und Kapha.

Die Doshas setzten sich zusammen aus den 5 Elementen (Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther/Raum) in jeweils unterschiedlich gewichteter Zusammensetzung: das Dosha Vata besteht primär aus Luft und Äther, Pitta ist dominiert vom Element Feuer und Kapha setzt sich vorrangig aus Erde und Wasser zusammen.

Entsprechend der unterschiedlichen Zusammensetzung auf Ebene der Elemente, durch die ein Dosha bestimmt wird, sind auch die Eigenschaften der Doshas unterschiedlich.

Das Vata-Dosha und die kühle Jahreszeit: Rückzug und Ruhe

Die Haupteigenschaften des ayurvedischen Doshas Vata sind bewegt, trocken, kühl, rau und bewegt. Und genau diese spiegeln sich in der Herbstzeit und im frühen Winter wieder: Mit der Vata-Zeit wird es kühler, die Tage werden kürzer, die Bäume verlieren ihre Blätter. Die Natur zieht sich zurück und bereitet sich auf den Winter vor. Und genauso sollten es dem natürlichen Regelkreis zufolge auch wir Menschen machen.

In unserer westlichen Welt powern die Menschen jedoch gegen den natürlichen Zyklus häufig bis zum Ende des Jahres durch. Es bleibt im heutigen Alltag eher wenig Raum für Rückzug, für Runterfahren und für Selbstfürsorge. Zum Jahresende landen viele erschöpft unterm Weihnachtsbaum und wundern sich, wo all die eigene Energie geblieben ist. Oder warum ein Infekt den anderen jagt.

Das kommt Dir bekannt vor? Dann schau mal ob Du in den nächsten Wochen ein paar der Tipps für die Vata-Zeit beherzigen kannst, um die Qualitäten, die Vata mit sich bringt, auszugleichen und in Balance durch den Herbst und frühen Winter zu gehen.

Erdung, Wärme und Ruhe sorgen für gesunde Balance

Um unseren Organismus in dieser Zeit optimal zu unterstützen, sind drei Aspekte im Alltag wie auch in der Yogapraxis besonders wichtig:

  • Erdung und Stabilität
  • ausreichend Wärme
  • und genügend Ruhe.

Denn gerade in der Vata-Zeit tendiert der Geist ganz besonders zu Unruhe und ist anfällig für Schlafstörungen und Co. Zudem reagiert das Immunsystem sensibel auf kalte Umgebungstemperaturen, trockene Heizungsluft in Innenräumen sowie zu viel Bewegung in Form von Stress und Unruhe. Denn diese Eigenschaften, die Vata ohnehin mit sich bringt (zur Erinnerung: trocken, kühl, rau und bewegt), bringen unseren Organismus im Herbst besonders schnell aus dem Gleichgewicht.

7 Tipps für Deine Selbstfürsorge in der Vata-Zeit

1. Sorge für ausreichend Ruhephasen:

Mache tagsüber Pausen, gehe zeitig ins Bett und gönne Dir genügend Schlaf. Auch kleine Auszeiten am Tag können schon Wunder wirken. Wenn Du Inspirationen für eine Yogapause in Deinem (Büro- oder Homeoffice-) Alltag suchst, dann komm zum nächsten Community Special „Vata-Balance Yoga Pause“ dazu – kostenfrei & unverbindlich.

2. Wärme & Licht:

Kleide Dich warm, esse warm – vor allem auch morgens – und trinke warmes Wasser oder Tee. Gewürze wie bspw. Ingwer und Zimt wärmen zusätzlich von innen. Sorge dafür, dass Du täglich bei Tageslicht an die frische Luft kommst. Solltest Du nicht ausreichend Tageslicht abbekommen, sorge ggf. mit Vitamin D dafür, dass dieses wichtige Vitamin über die dunkle Jahreszeit ausreichend für Deinen Organismus zur Verfügung steht. Sprich darüber am besten mit Deinem/r Hausarzt/ärztin.

3. ÖL in der Ernährung und für die Körperpflege

Gönne Deinem Körper ausreichend Öl – sowohl in der Ernährung als auch in der Körperpflege. Ölziehen am Morgen ist übrigens eine super Ergänzung für Deine Morgenroutine in der Vata-Zeit und beugt Infekten wirkungsvoll vor. Nehme dazu ca. 1 EL Sesamöl in Bio-Qualität in den Mund nehmen. Gurgle es für einige Minuten und ziehe es durch die Zahnzwischenräume. Anschließend solltest Du das Öl vollständig ausspucken. Schau dir die Farbe und veränderte Konsistenz des Öls an! Es bindet Ama (Abfallstoffe des Stoffwechsels) und entfernt diese gleich zu Tagesbeginn aus Deinem Mund. Eine super Vorbeugung gegen herbstliche Infekte, Halsschmerzen und Co!

Selbstfürsorge_Herbst_kalte_Jahreszeit
Vata-Zeit-_Tee_trinken
Selbstfürsroge_frische_Luft_Vata-Zeit
4. Vata-ausgleichende Düfte

Ätherische Öle können wirkungsvolle Begleiter durch die Herbst- und Winterzeit sein. Sie wirken je nach Aromaöl entspannend, stärkend oder stimmungsaufhellend. Düfte lassen sich auch in Deine tägliche Yogapraxis einbinden. Inspirationen dazu erhälst Du in meinen Aromayoga-Workshops.
Mehr Tipps zum Einsatz ätherischer Öle in der Vata-Zeit erhälst Du weiter unten in diesem Blogartikel.

5. Ernährung

Wie in den oberen Punkten schon erwähnt, sollte Deine Nahrung in der Vata-Zeit möglichst warm sein und ausreichend gesunde Öle – am besten in Bio-Qualität – enthalten. Zudem dürfen wärmende Gewürze eingesetzt werden, wie Zimt, Ingwer und Co. Die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig wirken ausgleichend auf Vata. Scharfes, bitteres und herbes Essen ist hingegen eher zu meiden, genauso wie Rohkost und kalte Getränke. Super ist es, wenn Du mit einem warmen Frühstück in den Tag startest: beispielsweise mit einem Haferporridge, das du mit in Ghee oder Kokosöl gedünstetem Obst und Zimt verfeinerst.

6. Passe Deine Yogapraxis an

In der Vata-Zeit, die den Geist oft unruhig und Körper & Immunsystem mit Kälte, Wind und Co zu schaffen macht, ist eine erdende und ausgleichende Yogapraxis von Vorteil. Ausreichend regenerative Asanas, beruhigende Atemtechniken und Meditation sollten Teil Deiner Yogapraxis sein. Aber auch ein achtsamer Sonnengruß, der kräftigt und Wärme in den Körper bringt sowie Standhaltungen und Balancen sind ideal für die Vata-Zeit. Wichtig ist es, alle Flows langsam und bewusst durchzuführen sowie vermehrt auch länger gehaltene Asanas in die Praxis einzubinden. Ausgiebiges Savasana oder eine Yoga Nidra Session sollten fester Bestandteil der Yogapraxis im Herbst und Winter sein.
Gerade auch in der dunklen Jahreszeit ist es ideal, wenn Du rechtzeitig aufstehst und den Tag mit einer stimmigen Morgenroutine beginnst. Ganzheitliches Yoga ist ideal um so mit guter Energie in die kurzen Tage zu starten. Falls es Dir morgens schwer fällt auf die Matte zu gehen, hol Dir mein E-Book „Starte Deine Morgenroutine“ inklusive Videosequenz und vielen Tipps, damit Dir der Einstieg in eine Morgenroutine auch in der dunklen Jahreszeit leicht fällt.

Asanas für die Vatazeit: Balasana
Asanas für die Vatazeit: Balasana – die Kindhaltung

Für noch mehr Inspirationen zu Routinen in der Vata-Zeit hol Dir die Aufzeichnung vom Vata-Zeit-Workshop. Darin erhälst Du grundlegende Selbstfürsorge-Tipps für den Herbst, wir üben gemeinsam eine spezielle Vata-Balance-Yoga Session und schließend mit einer ausgiebigen Yoga Nidra Einheit. Zudem bekommst Du die Workshop Inhalte als PDF-Manual zum Nachlesen sowie Input für Deine Vata-Balance-Auszeiten daheim: den Vata-Balance-Flow (Videoaufzeichnung) sowie eine Yoga Nidra Session & die Kurzmeditation „Calm your Vata“ als Audio.

Aromaöle für die Vata-Zeit

Um in der Vatazeit gut für Dich zu sorgen, sind ätherische Öle ein toller Begleiter. Du kannst sie sowohl im Alltag oder auch begleitend zu Deiner Yogapraxis einsetzen. Ideal sind Düfte, die ausgleichend auf die Eigenschaften des Vata Dosha (trocken, kühl, rau, bewegt) wirken. Also alle Aromaöle, die beruhigend, erdend, befeuchtend, ausgleichend und erwärmend wirken.

Folgende drei Öle setzte ich beispielsweise gerne in dieser Jahreszeit ein:

  • Orange: macht gute Laune, wirkt ausgleichen und wärmend.
  • Zirbelkiefer: erdet, wirkt klärend, stärkend und aufbauend.
  • Lavendel: bringt die Gedankenwirbel zur Ruhe, wirkt beruhigend, ausgleichend und schlaffördernd.

Auch Düfte von Gewürzen, die aus der Vorweihnachtszeit bekannt sind wie beispielsweise Zimt, Nelken oder Ingwer sind übrigens super für ein balanciertes Vata-Dosha!

Aromaöle-Vata-Zeit
Ätherische Öle in der Vata-Zeit – Duftlampe mit Orangenöl

Ätherische Öle kannst Du in einer Duftlampe oder einem Diffuser zur Raumbeduftung einsetzen. Eine Mischung aus Orange & Zirbel verbindet beispielsweise die Eigenschaften der beiden Öle und ist eine wunderbare Mischung für zu Hause.
Oder Du nutzt die Öle ergänzend zu Deiner Yogapraxis indem du 1 Tropfen Deines Lieblingsöls in den Handinnenfläche verreibst. Bei empfindlicher Haut nutze ergänzend ein Trägeröl wie Mandel- oder Sesamöl und gib einen Tropfen ätherisches Öl dazu. Die so aromatisierten Handinnenflächen führst Du mit der Einatmung vor Deine Nase und inhalierst den Duft für mehrere tiefe Atemzüge.
Schön ist auch ein warmes Bad oder eine Fußmassage beispielsweise mit Lavendelöl nach einem aufreibenden Tag zur Beruhigung und um das Vata-Dosha auszugleichen.

Mehr zum Thema Aromaöle & Yoga erfährst Du übrigens in meinen Aroma Yoga Workshops.

Yoga, Ayurveda und Ayuryogatherapie können Dich darin unterstützen, Deinen eigenen Weg hin zu besserer körperlicher und mentaler Balance zu gehen. Sie können bei alltäglicher Belastung durch Stress, Verspannungen, Unruhezuständen und Energiemangel für Dich wertvolle Bausteine für ausreichend Ausgleich, Regeneration, Selbstfürsorge und Ressourcenstärkung sein. Meine Angebote und Informationen auf dieser Webseite beinhalten jedoch keine medizinische Beratung und stellen kein Heilversprechen dar. Bei bestehenden körperlichen oder psychischen Beschwerden empfehle ich Dir in jedem Fall einen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker.

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